Die Sterntaler
A German story about generosity and kindness
Chapters
- Chapter 1: Ein Stückchen Brot
How it begins
Narrator: Es war einmal ein kleines Mädchen, dem waren Vater und Mutter gestorben. Nun hatte es niemanden mehr, der ihm abends die Decke zurechtzog oder morgens freundlich über das Haar strich. Und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen, darin zu schlafen. (Once upon a time there was a little girl whose father and mother had died. Now she had no one left to tuck her blanket around her at night or gently stroke her hair in the morning. And she was so poor that she no longer had a little room to live in or a little bed to sleep in.)
Narrator: Alles, was es besaß, trug es am Leib: ein Käppchen, ein Leibchen, ein Röckchen und darunter ein kleines Hemd. In seiner Hand hielt es ein Stückchen Brot. Das hatte ihm ein mitleidiger Mensch geschenkt. Es war nicht viel, doch das Mädchen hielt es sorgsam fest. (Everything she owned she wore: a little cap, a bodice, a little skirt, and underneath them a little shirt. In her hand she held a piece of bread. A kindhearted person had given it to her. It was not much, but the girl held it carefully.)
Narrator: Bei aller Armut war das Mädchen gut und fromm. Es vertraute darauf, dass der liebe Gott es nicht verlassen würde. Weil es nun ganz allein auf der Welt war, ging es hinaus aus dem Dorf, dorthin, wo sich die Felder unter dem weiten Himmel erstreckten. (Despite all her poverty, the girl was good and devout. She trusted that dear God would not abandon her. Since she was now quite alone in the world, she walked out of the village toward the fields stretching beneath the wide sky.)
Narrator: Am Rand des Weges begegnete ihm ein alter Mann. Sein Rücken war gebeugt, und seine Schritte waren langsam. Als er das Brot in der kleinen Hand erblickte, blieb er stehen. Seine Stimme klang müde, aber freundlich. (At the edge of the path she met an old man. His back was bent, and his steps were slow. When he caught sight of the bread in her little hand, he stopped. His voice sounded tired but kind.)
Armer Mann: Ach, liebes Kind, gib mir doch etwas zu essen. Ich bin so hungrig. (Oh, dear child, please give me something to eat. I am so hungry.)
Narrator: Das Mädchen sah auf sein Brot. Es war alles, was es zu essen hatte. Dann sah es den alten Mann an und legte ihm das ganze Stück in die Hand, nicht bloß einen Bissen und nicht bloß die Hälfte. (The girl looked at her bread. It was all she had to eat. Then she looked at the old man and placed the whole piece in his hand, not just a bite and not just half.)
Maedchen: Da, nimm es. Gott segne dir's. (Here, take it. May God bless it for you.)
Armer Mann: Ich danke dir, liebes Kind. (Thank you, dear child.)
Narrator: Der alte Mann aß, und das Mädchen ging weiter. Seine Hand war nun leer. Über den Feldern zog der Wind dahin, und weit hinten lag schon der Wald wie ein dunkles Band am Himmel. (The old man ate, and the girl walked on. Her hand was empty now. The wind swept across the fields, and far away the forest already lay like a dark ribbon against the sky.)
Narrator: Nach einer Weile hörte es jemanden weinen. Ein kleiner Junge stand am Weg und hielt beide Hände an seinen Kopf. Auf seinen Wangen glänzten Tränen. Er hatte keine Mütze, und der kühle Wind fuhr ihm durch die Haare. (After a while she heard someone crying. A little boy stood beside the path, holding both hands against his head. Tears glistened on his cheeks. He had no cap, and the cool wind blew through his hair.)
Kind 1: Es friert mich so an meinem Kopf. Schenk mir doch etwas, womit ich ihn bedecken kann. (My head is so cold. Please give me something I can cover it with.)
Maedchen: Du kannst mein Käppchen haben. Warte, ich nehme es ab. (You can have my little cap. Wait, I will take it off.)